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Archiv der Kategorie Berlin

Psychische Krankheiten nehmen zu

Berlin, 16.05.2012: (hib/TYH) Psychische Störungen und Verhaltensstörungen haben in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervorgeht, ist der prozentuale Anteil dieser Leiden an Arbeitsunfähigkeitstagen von 6,6 Prozent im Jahr 2001 auf 13,1 Prozent im Jahr 2010 gestiegen.

Demnach sind Frauen stärker betroffen als Männer und Erwerbstätige ab 45 Jahren stärker als jüngere Erwerbstätige. Besonders hohe Durchschnittszahlen fänden sich zudem in den Sozial- und Erziehungsberufen, in Gesundheitsdienstberufen und in Berufen der Papierherstellung und im Druck. Der Antwort zufolge beliefen sich im Jahr 2008 die direkten Kosten für psychische Störungen und Verhaltensstörungen auf 28,6 Milliarden Euro. Das entspreche einem Anteil von 11,3 Prozent an den gesamten Krankheitskosten und Platz drei hinter Krankheiten des Herzkreislaufsystems und des Verdauungssystems. Zudem entfallen der Vorlage zufolge 18 Prozent aller verlorenen Erwerbsjahre im Jahr 2008 auf psychische Störungen und Verhaltensstörungen, das entspreche einem Produktionsausfall von 26 Milliarden Euro und einem Ausfall der Bruttowertschöpfung von 45 Milliarden Euro – also 1,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Psychische Belastungen nähmen mit dem Wandel der Arbeitswelt zu, schreibt die Bundesregierung.

Wesentliche Entwicklungstendenzen seien unter anderem die fortlaufende Beschleunigung aufgrund des globalen Wettbewerbs, des technischen Fortschritts und der anhaltenden Rationalisierungsdynamik, die zunehmende geistige Arbeit und steigende Anforderungen an Qualifikation und Weiterbildung, verstärkter Einsatz neuer Technologien und permanente Erreichbarkeit, erhöhte Eigenverantwortung für Erfolg, diskontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse und berufliche Unsicherheit sowie die zunehmende Instabilität sozialer Beziehungen.

Wie die Bundesregierung weiter schreibt, sieht sie gegenwärtig keinen Bedarf, rechtsetzende Schritte einzuleiten. Das Thema werde bereits von bestehenden Rechtsvorschriften wie dem Arbeitsschutzgesetz erfasst, zudem gelte es, zunächst den Wissens- und Erkenntnisstand zu verbreitern.

Quelle: Deutscher Bundestag
Parlamentskorrespondenz, PuK 2
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
.

***

Egal ob bei Psychischen Krankheiten oder wie bei Mobbing am Arbeitsplatz, die Bundesregierung sieht kein Handlungsbedarf für neue  Rechtsvorschriften! Die Bundesregierung schaut tatenlos zu, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krank gemacht werden.

Klaus-Dieter May

Pro Fairness gegen Mobbing

www.mobbing-web.de

Lehrer erfahren oft von Mobbing und Drohungen

München/17.04.2012/Studie::

Zehn Jahre nach dem Amoklauf von Erfurt sind Lehrer in Deutschland recht häufig mit Hinweisen auf Mobbing oder Gewaltandrohungen konfrontiert. Das geht aus ersten Auswertungen eines Krisenpräventionsprojekts der Freien Universität Berlin hervor, die heute auf dem Deutschen Präventionstag in München präsentiert wurden. Demnach haben sieben Prozent der befragten Pädagogen von Amokdrohungen berichtet. Außerdem sei es im Durchschnitt viermal pro Jahr um Mobbingfälle gegangen, zwei- bis dreimal hätten die Lehrer bei Kindern besorgniserregende Verhaltensänderungen bemerkt.

Betroffene für Reportage zum Thema “Mobbing” gesucht

“Mobbing” ist mittlerweile in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffen: Ob im Kindergarten, in der Schule, im Verein, am Arbeitsplatz oder am Gartenzaun des Nachbarn…

Eine neue, seriöse Reportagereihe widmet sich dem sensiblen Thema “Mobbing” und möchte etwas Licht auf dieses Phänomen werfen. Wann wird von “Mobbing” gesprochen? Kann es einfach jeden treffen oder sind bestimmte Menschen besonders gefährdet, gemobbt zu werden? Und am Wichtigsten: Wohin oder an wen können sich Betroffene und Angehörige wenden, um Hilfe zu erhalten? Denn häufig empfinden die Opfer ihre Situation als einen Psychoterror, unter dem das gesamte familiäre Umfeld leidet.

Um über dieses Thema aufzuklären, suchen wir Personen und Angehörige, die in der Situation sind oder waren, sozial denunziert, isoliert und schikaniert zu werden. Ein anerkannter Experte nimmt sich dieser Menschen persönlich an und bietet ihnen langfristig umfassende, professionelle Unterstützung, einen Ausweg aus dem Leiden zu finden.

Sind Sie selbst betroffen oder kennen Sie einen Betroffenen in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis? Können Sie uns möglicherweise Selbsthilfegruppen oder weitere Ansprechpartner zum Thema “Mobbing” nennen?

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!

Beate Faber, M.A.
Redaktion

Casting Concept GmbH
Vogelsanger Weg 14
50354 Hürth
Tel.: 0 22 33 - 96 36 45 16
Fax: 0 22 33 - 96 36 45 44
Mail: faber@casting-concept.de
Web: www.casting-concept.de

Rede von Bundespräsident Joachim Gauck nach seiner Vereidigung bei einer gemeinsamen Sitzung der Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Bundesrates

Herr Präsident des Deutschen Bundestages! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem In- und Ausland! Zunächst Ihnen, Herr Präsident, meinen allerherzlichen Dank für die unnachahmliche Führung dieser Sitzung und für das leuchtende Beispiel in unser Land hinein, dass Politik Freude machen kann.

Herr Bundesratspräsident, Sie haben Worte gefunden, die bei mir und sicher auch bei Herrn Bundespräsidenten Wulff ein tiefes und nachhaltiges Echo hinterlassen haben. Ich danke Ihnen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wie soll es denn nun aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel einmal sagen sollen „unser Land“? Geht die Vereinzelung in diesem Land weiter? Geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auf? Verschlingt uns die Globalisierung? Werden Menschen sich als Verlierer fühlen, wenn sie an den Rand der Gesellschaft geraten? Schaffen ethnische oder religiöse Minderheiten in gewollter oder beklagter Isolation Gegenkulturen? Hat die europäische Idee Bestand? Droht im Nahen Osten ein neuer Krieg? Kann ein verbrecherischer Fanatismus in Deutschland wie in anderen Teilen der Welt weiter friedliche Menschen bedrohen, einschüchtern und ermorden?

Jeder Tag, jede Begegnung mit den Medien bringt eine Fülle neuer Ängste und Sorgen hervor. Manche ersinnen dann Fluchtwege, misstrauen der Zukunft, fürchten die Gegenwart. Viele fragen sich: Was ist das eigentlich für ein Leben, was ist das für eine Freiheit? Mein Lebensthema „Freiheit“ ist dann für sie keine Verheißung, kein Versprechen, sondern nur Verunsicherung. Ich verstehe diese Reaktion, doch ich will ihr keinen Vorschub leisten. Ängste ‑ so habe ich es gelernt in einem langen Leben ‑ vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen, und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können, bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.

Stattdessen ‑ da ich das nicht will ‑ will ich meine Erinnerung als Kraft und Kraftquelle nutzen, mich und uns zu lehren und zu motivieren. Ich wünsche mir also eine lebendige Erinnerung auch an das, was in unserem Land nach all den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur und nach den Gräueln des Krieges gelungen ist. In Deutschlands Westen trug es, dieses Gelungene, als Erstes den Namen „Wirtschaftswunder“. Deutschland kam wieder auf die Beine. Die Vertriebenen, gar die Ausgebombten erhielten Wohnraum. Nach Jahren der Entbehrung nahm der Durchschnittsbürger teil am wachsenden Wohlstand, freilich nicht jeder im selben Maße.

Allerdings sind für mich die Autos, die Kühlschränke und all der neue Glanz einer neuen Prosperität nicht das Wunderbare jenes Jahrzehnts. Ich empfinde mein Land vor allem als ein Land des „Demokratiewunders“. Anders als es die Alliierten damals nach dem Kriege fürchteten, wurde der Revanchismus im Nachkriegsdeutschland nie mehrheitsfähig. Es gab schon ein Nachwirken nationalsozialistischer Gedanken, aber daraus wurde keine wirklich gestaltende Kraft. Es entstand stattdessen eine stabile demokratische Ordnung. Deutschland West wurde Teil der freien westlichen Welt.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte in dieser Zeit blieb allerdings defizitär. Die Verdrängung eigener Schuld, die fehlende Empathie mit den Opfern des Naziregimes prägten den damaligen Zeitgeist. Erst die 68er-Generation hat das nachhaltig geändert. Damals war meine Generation konfrontiert mit dem tiefschwarzen Loch der deutschen Geschichte, als die Generation unserer Eltern sich mit Hybris, Mord und Krieg gegen unsere Nachbarn im Inneren wie im Äußeren vergingen. Es war und blieb das Verdienst dieser Generation, der 68er: Es war ein mühsam errungener Segen, sich neu, anders und tiefer erinnern zu können. Trotz aller Irrwege, die sich mit dem Aufbegehren der 68er auch verbunden haben, hat sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt.

Diese auf Fakten basierende und an Werten orientierte Aufarbeitung der Vergangenheit wurde nicht nur richtungsweisend für uns nach 1989 in Ostdeutschland. Sie wird auch als beispielhaft von vielen Gesellschaften empfunden, die ein totalitäres oder despotisches Joch abgeschüttelt haben und nicht wissen, wie sie mit der Last der Vergangenheit umgehen sollen.

Das entschlossene Ja der Westdeutschen zu Europa ist ein weiteres kostbares Gut der deutschen Nachkriegsgeschichte, ein Erinnerungsgut, das uns wichtig bleiben sollte. Konrad Adenauer, Kanzler des Landes, das eben noch geprägt und dann ruiniert war vom Nationalismus, wird zu einem der Gründungsväter einer zukunftsgerichteten europäischen Integration. Dankbarkeit und Freude!

So wie später ‑ 1989 ‑ dieser nächste Schatz in unserem Erinnerungsgut. Da waren die Ostdeutschen zu einer friedlichen Revolution imstande, zu einer friedlichen Freiheitsrevolution. Wir wurden das Volk, und wir wurden ein Volk. Und nie vergessen: Vor dem Fall der Mauer mussten sich die vielen ermächtigen. Erst wenn die Menschen aufstehen und sagen: „Wir sind das Volk“, werden sie sagen können: „Wir sind ein Volk“, werden die Mauern fallen.

Damals wurde auf ganz unblutige Weise auch der jahrzehntelange Ost-West-Gegensatz aus den Zeiten des Kalten Krieges gelöscht, und die aus ihr erwachsende Kriegsgefahr wurde besiegt und beseitigt.

Der Sinn dessen, dass ich so spreche, ist, dass ich nicht nur über die Schattenseiten, über Schuld und Versagen sprechen möchte. Auch jener Teil unserer Geschichte darf nicht vergessen sein, der die Neugründung einer politischen Kultur der Freiheit, die gelebte Verantwortung, die Friedensfähigkeit und die Solidarität unseres Volkes umfasst. Das ist kein Paradigmenwechsel in der Erinnerungskultur. Das ist eine Paradigmenergänzung. Sie soll uns ermutigen: Das, was mehrfach in der Vergangenheit gelungen ist, all die Herausforderungen der Zeit anzunehmen und sie nach besten Kräften ‑ wenn auch nicht gleich ideal ‑ zu lösen, das ist eine große Ermutigung auch für uns in der Zukunft.

Wie soll es nun also aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel „unser Land“ sagen? Es soll „unser Land“ sein, weil „unser Land“ soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen verbindet. Der Weg dazu ist nicht der einer paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern der eines Sozialstaates, der vorsorgt und ermächtigt. Wir dürfen nicht dulden, dass Kinder ihre Talente nicht entfalten können, weil keine Chancengleichheit existiert. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, Leistung lohne sich für sie nicht mehr und der Aufstieg sei ihnen selbst dann verwehrt, wenn sie sich nach Kräften bemühen. Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, sie seien nicht Teil unserer Gesellschaft, weil sie arm oder alt oder behindert sind.

Freiheit ist eine notwendige Bedingung von Gerechtigkeit. Denn was Gerechtigkeit - auch soziale Gerechtigkeit - bedeutet und was wir tun müssen, um ihr näherzukommen, lässt sich nicht paternalistisch anordnen, sondern nur in intensiver demokratischer Diskussion und Debatte klären. Umgekehrt ist das Bemühen um Gerechtigkeit unerlässlich für die Bewahrung der Freiheit. Wenn die Zahl der Menschen wächst, die den Eindruck haben, ihr Staat meine es mit dem Bekenntnis zu einer gerechten Ordnung in der Gesellschaft nicht ernst, sinkt das Vertrauen in die Demokratie. „Unser Land“ muss also ein Land sein, das beides verbindet: Freiheit als Bedingung für Gerechtigkeit und Gerechtigkeit als Bedingung dafür, Freiheit und Selbstverwirklichung erlebbar zu machen.

In „unserem Land“ sollen auch alle zu Hause sein können, die hier leben. Wir leben inzwischen in einem Staat, in dem neben die ganz selbstverständliche deutschsprachige und christliche Tradition Religionen wie der Islam getreten sind, auch andere Sprachen, andere Traditionen und Kulturen, in einem Staat, der sich immer weniger durch nationale Zugehörigkeit seiner Bürger definieren lässt, sondern durch ihre Zugehörigkeit zu einer politischen und ethischen Wertegemeinschaft, in dem nicht ausschließlich die über lange Zeit entstandene Schicksalsgemeinschaft das Gemeinwesen bestimmt, sondern zunehmend das Streben der Unterschiedlichen nach dem Gemeinsamen: diesem unseren Staat in Europa.

Und wir finden dieses Gemeinsame in diesem unseren Staat in Europa, in dem wir in Freiheit, Frieden und in Solidarität miteinander leben wollen.

Wir wären allerdings schlecht beraten, wenn wir aus Ignoranz oder falsch verstandener Korrektheit vor realen Problemen die Augen verschließen würden. Hierauf hat bereits Bundespräsident Johannes Rau in seiner Berliner Rede vor zwölf Jahren eindrücklich und deutlich hingewiesen. Aber in Fragen des Zusammenlebens dürfen wir uns eben nicht letztlich von Ängsten, Ressentiments und negativen Projektionen leiten lassen. Für eine einladende, offene Gesellschaft hat Bundespräsident Christian Wulff in seiner Amtszeit nachhaltige Impulse gegeben. Herr Bundespräsident Wulff, dieses - Ihr - Anliegen wird auch mir beständig am Herzen liegen.

Unsere Verfassung, meine Damen und Herren, spricht allen Menschen dieselbe Würde zu, ungeachtet dessen, woher sie kommen, woran sie glauben oder welche Sprache sie sprechen. Sie tut dies nicht als Belohnung für gelungene Integration, sie versagt dies aber auch nicht als Sanktion für verweigerte Integration. Unsere Verfassung wie unser Menschsein tragen uns auf, im Anderen geschwisterlich uns selbst zu sehen: begabt und berechtigt zur Teilhabe wie wir.

Der Philosoph Hans-Georg Gadamer war der Ansicht, nach den Erschütterungen der Geschichte erwarte speziell uns in Europa eine „wahre Schule“ des Miteinanders auf engstem Raum. „Mit dem Anderen leben, als der Andere des Anderen leben.“ - Darin sah er die ethische und politische Aufgabe Europas. Dieses Ja zu Europa gilt es nun ebenfalls zu bewahren. Gerade in Krisenzeiten ist die Neigung, sich auf die Ebene des Nationalstaats zu flüchten, besonders ausgeprägt. Das europäische Miteinander ist aber ohne den Lebensatem der Solidarität nicht gestaltbar.

Gerade in der Krise heißt es deshalb: Wir wollen mehr Europa wagen.

Mit Freude sehe ich auch, dass die Mehrheit der Deutschen diesem europäischen Gedanken wieder und weiter Zukunft gibt.

Europa war für meine Generation Verheißung ‑ aufbauend auf abendländischen Traditionen, dem antiken Erbe einer gemeinsamen Rechtsordnung, dem christlichen und jüdischen Erbe. Für meine Enkel ist Europa längst aktuelle Lebenswirklichkeit mit grenzüberschreitender Freiheit und den Chancen und Sorgen einer offenen Gesellschaft. Nicht nur für meine Enkel ist diese Lebenswirklichkeit ein wunderbarer Gewinn.

Wie kann es noch aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel „unser Land“ sagen sollen? Nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und darüber hinaus ist die repräsentative Demokratie das einzig geeignete System, Gruppeninteressen und Gemeinwohlinteressen auszugleichen.

Das Besondere dieses Systems ist nicht seine Vollkommenheit, sondern dass es sich um ein lernfähiges System handelt.

Neben den Parteien und anderen demokratischen Institutionen existiert aber eine zweite Stütze unserer Demokratie: die aktive Bürgergesellschaft. Bürgerinitiativen, Ad-hoc-Bewegungen, auch Teile der digitalen Netzgemeinde ergänzen mit ihrem Engagement, aber auch mit ihrem Protest die parlamentarische Demokratie und gleichen Mängel aus. Und: Anders als die Demokratie von Weimar verfügt unser Land über genügend Demokraten, die dem Ungeist von Fanatikern, Terroristen und Mordgesellen wehren. Sie alle bezeugen ‑ aus unterschiedlichen politischen oder religiösen Gründen: Wir lassen uns unsere Demokratie nicht wegnehmen, wir stehen zu diesem Land.

Wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben.

Speziell zu den rechtsextremen Verächtern unserer Demokratie sagen wir mit aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich.

Wir schenken Euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein und unsere Demokratie wird leben.

Die Extremisten anderer politischer Richtungen werden unserer Entschlossenheit in gleicher Weise begegnen. Und auch denjenigen, die unter dem Deckmantel der Religion Fanatismus und Terror ins Land tragen und die hinter die europäische Aufklärung zurückfallen, werden wir Einhalt gebieten. Ihnen sagen wir: Die Völker ziehen in die Richtung der Freiheit. Ihr werdet den Zug vielleicht behindern, aber endgültig aufhalten könnt ihr ihn nicht.

Mir macht allerdings auch die Distanz vieler Bürgerinnen und Bürger zu den demokratischen Institutionen Angst: die geringe Wahlbeteiligung, auch die Geringschätzung oder gar Verachtung von politischem Engagement, von Politik und Politikern. „Was?“, so hören wir es oft im privaten Raum, „Du gehst zur Sitzung eines Ortsvereins?“ „Wie bitte, Du bist aktiv in einer Gewerkschaft?“ Manche finden das dann „uncool“. Ich frage mich manchmal: Wo wäre eigentlich unsere Gesellschaft ohne derlei Aktivitäten?

Wir alle haben nichts von dieser Distanz zwischen Regierenden und Regierten. Meine Bitte an beide, an Regierende wie Regierte, ist: Findet Euch nicht ab mit dieser zunehmenden Distanz.

Für die politisch Handelnden heißt das: Redet offen und klar, dann kann verloren gegangenes Vertrauen wiedergewonnen werden.

Den Regierten, unseren Bürgern, muten wir zu: Ihr seid nicht nur Konsumenten. Ihr seid Bürger, das heißt Gestalter, Mitgestalter. Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins: Verantwortung zu leben.

Zum Schluss erlaube ich mir, Sie alle um ein Geschenk zu bitten: um Vertrauen. Zuletzt bitte ich Sie um Vertrauen in meine Person. Davor aber bitte ich Sie um Vertrauen zu denen, die in unserem Land Verantwortung tragen, wie ich diese um Vertrauen zu all den Bewohnern dieses wiedervereinigten und erwachsen gewordenen Landes bitte. Und davor wiederum bitte ich Sie alle, mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen. Nach einem Wort Gandhis kann nur ein Mensch mit Selbstvertrauen Fortschritte machen und Erfolge haben. Dies gilt für einen Menschen wie für ein Land, so Gandhi.

Ob wir den Kindern und Enkeln dieses Landes Geld oder Gut vererben werden, das wissen wir nicht. Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, davon haben wir nicht nur geträumt, sondern das haben wir gelebt und gezeigt. Gott und den Menschen sei Dank: Dieses Erbe dürfen sie erwarten.

Kampf gegen Mobbing

 Haupstadt Berlin | Lady Gaga an der Harvard-Uni im Kampf gegen Mobbing

Laut Medienberichten hat Lady Gaga (25) in Harvard für großes Aufsehen und einen vollen Hörsaal gesorgt. Die Sängerin gabt dort kein Konzert, sondern sprach in der Elite-Universität das ernste Thema Mobbing an. Lady Gaga setzt sich mit ihrer Stiftung Born This Way gegen Mobbing ein.
Es wäre begrüßenswert, wenn sich auch in Deutschland “Promis” so vorbildlich wie Lady Gaga gegen Mobbing engagieren würden!
Bisher haben sich erfreulicherweise schon zahlreiche Politiker und Günter Wallraff an der Mitmach-Aktion “Pro Fairness gegen Mobbing” beteiligt und gegen Mobbing ausgesprochen.
In Bremen wurde 2004 der “Anti-Mobbing-Tag” ins Leben gerufen von der Bremer Bürgerinitiative “Baki-Meine Schule”, um alljährlich am 2. Dezember zu erinnern an die Gewalt gegen Menschen, der viele Millionen allein in unserem Land ausgesetzt sind.
Der Anti-Mobbing-Tag hat allerdings in Bremen bisher keine Unterstützung erhalten, wird leider eher ignoriert.

Zur Zeit liegt den Petitionsausschüssen der 16 Bundesländer eine Petition vor, einen Anti-Mobbing-Tag auszurufen, auch die UN wurde gebeten dieses Anliegen zu unterstützen, denn Mobbing ist ein weltweites Problem. Bisher fehlen auch deutliche Worte der Bundesregierung gegen Mobbing.

Auch für die Gewerkschaften müsste es doch selbstverständlich sein, gemeinsam mit Bürgerinitiativen Mobbing zu ächten, oder Mobbing z.B. am 1.Mai zum Thema zu machen! Anfragen und Anregungen blieben bisher immer unbeantwortet. Der DGB unterstützt keine Bürgerinitiativen gegen Mobbing!

Die Medien könnten unsere Bürgeraktionen gegen Mobbing ruhig auch mal unterstützen.

Klaus-Dieter May
http://www.mobbing-web.de – Mitmach-Aktion gegen Mobbing
Bürgerinitiative seit 1999
“Pro Fairness gegen Mobbing”

http://www.myheimat.de/berlin/blaulicht/kampf-gegen-mobbing-d2388834.html

Mobbing: Statement von Beate Müller-Gemmeke, Bündnis 90/Die Grünen

Gute Arbeit begStatement von Beate Müller-Gemmeke, Bündnis 90/Die Grünen (06.12.2011innt schon beim sozialen Miteinander. Mobbing am Arbeitsplatz ist kein Kavaliersdelikt, denn es bewirkt schwere psychische Belastungen und beeinträchtigt die Gesundheit der Beschäftigten. Aber noch immer werden das Ausmaß von Mobbing und die Auswirkungen viel zu häufig belächelt. Deshalb plädiere ich dafür, dass alle Akteure in der Arbeitswelt für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden. Wir brauchen mehr Aufklärung darüber, wo Mobbing beginnt, welche Folgen Mobbing haben kann, wie Beschäftigte sich zur Wehr setzen und an wen sie sich wenden können. Betriebs- und Mitarbeitervertretungen müssen gestärkt werden, damit sie sich besser für Mobbingopfer einsetzen können. Aber auch die Politik ist in der Pflicht. Mobbing und psychische Belastungen am Arbeitsplatz müssen explizit in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen werden und mit Verordnungen und technischen Regeln unterlegt werden.

Ein soziales und würde volles Miteinander in der Arbeitswelt ist mein Ziel, deshalb unterstütze ich die Aktion “Pro Fairness gegen Mobbing” .

Beate Müller-Gemmeke MdB
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Sprecherin für Arbeitnehmerrechte
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
***

Quelle: www.mobbing-web.de

Mobbing: Faules Osterei aus dem Bundestag

KEIN Anti-Mobbing-Gesetz in Deutschland

Petitionsausschuss KEIN Gesetz gegen Mobbing!

Der Petitionsausschuss des Bundestages hält, wie die Bundesregierung, die bestehenden Gesetze zum Schutz vor Mobbing für ausreichend.

Mehr unter: KEIN ANTI-MOBBING-GESETZ IN DEUTSCHLAND

Schluss mit Mobbing!

Gezielt gegen Mobbing vorgehen

Ratschläge der Experten

 

Mobbing hat viele Gesichter und ist nicht immer auf Anhieb als solches zu wahrzunehmen. Experten geben Tipps, wie man Mobbing erkennt und dagegen vorgehen kann. Denn eines ist gewiss: Kapitulieren und kündigen - das kann nur der letzte Schritt sein.

Sprechen Sie mit Angehörigen

Verschaffen Sie sich Gewissheit: Sprechen Sie mit Familienangehörigen und Freunden über ihre Situation am Arbeitsplatz, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen, was dort passiert und wie es von außen wahrgenommen wird. Denn wer tagtäglich in Konflikthandlungen am Arbeitsplatz verwickelt ist, kann schnell den Überblick dafür verlieren, was tatsächlich geschieht. Der Austausch mit vertrauten Personen hilft, die Geschehnisse realistisch zu bewerten.

Dokumentieren Sie die Vorfälle!

Der nächste Schritt ist ganz konkret: Führen Sie ein Konflikttagebuch! Das hat damit zu tun, dass diese eskalierenden Konflikte im Arbeitsleben in der Regel sehr schleichend verlaufen und dass das, was an Konflikthandlungen, auch später Mobbinghandlungen, zu sehen ist, oft Aspekte sind, die man kaum in Worte fassen kann. Mit schriftlichen Aufzeichnungen kann man die Chronologie der Vorfälle besser festhalten. Was ist passiert? Wer hat gemobbt? Gab es dafür Gründe? Ein Tagebuch liefert handfeste Belege, wenn Vorgesetzte den Ereignissen nachgehen wollen.

Sprechen Sie mit Verantwortlichen

Informieren Sie ihren Vorgesetzten! Suchen Sie sich auch Hilfe beim Betriebsrat, eventuell bei Konfliktlotsen falls diese vorhanden sind und nutzen Sie unter Umständen auch die Konflikthotline. Denn allein auf sich gestellt, hat ein Mobbingopfer kaum eine Chance gegen systematische Attacken. Betroffene sollten sich schnell Hilfe von höherer Stelle suchen, damit Aggressoren gestoppt werden können. Nur so durchbricht man frühzeitig die Konflikt-Spirale!

Schaffen Sie sich einen guten Ausgleich

Arbeit ist nicht alles! Entscheidend ist, in der Bewältigung von Konflikten, dass sie an sich selbst glauben, dass sie in Kontakt kommen mit der eigenen Ressourcen und Stärken und ihr Selbstbewusstsein wieder aktiv aufbauen. Ein stabiles Selbstbewusstsein ist die effektivste Waffe gegen Psychoterror. Wer Spaß am Leben hat, gute Freunde und Hobbies - den kann so schnell nichts umhauen!

 Quelle: http://sonntags.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,8232545,00.html?dr=1 

***

Links: Stimmen gegen Mobbing

Rechtsanwälte gegen Mobbing: www.mobbing-rechtshilfe.de

Besuch der Reichstagskuppel mit Anmeldung ab 21. April wieder möglich

Die Kuppel und die Dachterrasse des Reichstagsgebäudes können ab Gründonnerstag, 21. April 2011, durch angemeldete Besucher besichtigt werden. Dies gilt auch für Interessierte, die ausschließlich die Reichstagskuppel besuchen möchten, ohne andere Angebote des Besucherdienstes zu nutzen.

Die Kuppel ist täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet. Letzter Einlass 23 Uhr. Pro Einlass (jede Viertelstunde) können bis zu 25 Besucher angemeldet werden. Die Besichtigung ist kostenfrei.

Achtung!

Eine Besichtigung der Reichstagskuppel und der Dachterrasse ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Es können sich Einzelpersonen und Gruppen anmelden. Erfahrungsgemäß wird die Nachfrage die vorhandenen Kapazitäten deutlich übersteigen. Daher werden Besuchstermine jeweils nur für die nächsten zwei Monate vergeben, um eine langfristige Belegung aller zur Verfügung stehenden Plätze zu verhindern und auch kurz bis mittelfristige Anfragen berücksichtigen zu können.

Terminanfragen sind ab dem 7. April online unter  http://www.bundestag.de/anfrageformulare möglich.

Folgende Angaben werden benötigt: Name, Vorname und Geburtsdatum. Ohne korrekt und vollständig ausgefüllte Online-Formulare ist eine Bearbeitung der Anfragen durch den Besucherdienst nicht möglich. Eine Anmeldung muss spätestens 2 Werktage vor dem gewünschten Besuchstermin erfolgen.

Wer über keinen Internetanschluss verfügt, kann die Anfrage auch per Fax 030 227 36436 oder per Post schicken an:
Deutscher Bundestag, Besucherdienst, Platz der Republik 1, 11011 Berlin.

Eine telefonische Anmeldung ist nicht möglich.

Quelle:

Deutscher Bundestag
Presse und Kommunikation, PuK 1
Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Mobbing: Wie wär`s mit ein Anti-Mobbing-Gesetz?

Familienministerin Schröder zu BILD.de: „Wir brauchen generell mehr Aufklärung zum Thema Mobbing. Internetmobbing ist eine verschärfte Form, deshalb ist es wichtig, dass es ein großes Thema wird und man darüber spricht, auch in den Schulen. Oft ist es ja ein Herdentrieb, der dazu führt und viele die mitmachen, wissen gar nicht, was sie damit anrichten.“

Ja, liebe Frau Schröder, - wie wäre es mit ein Anti-Mobbing-Gesetz?

www.mobbing-web.de

Frag die Bundeskanzlerin